Tantra-Seminare – Was lernt man da überhaupt?

Von der großen philosophisch-religiösen Strömung namens Tantra ist seinerzeit fast nur der sexuelle Aspekt bis in den Westen hinübergeschwappt. Ob man das nun als “gut” oder “schlecht” bezeichnen mag ist der persönlichen Einstellung überlassen, mich persönlich erfreuen die tiefen Wurzeln die bis weit in die indischen Gottheiten und Ritualen reichen.

Photographer: We-Vibe Toys | Source: Unsplash

Für mich bietet der Tantrismus vor allem eine Möglichkeit mich tiefer, auch auf körperlicher Ebene, mit mir selbst, meinem Bewusstsein und der Erkenntnis des eigenen Seins auseinanderzusetzen. Daß dies (im Westen) oftmals nackig und mit Berührungen einhergeht ist nicht nur ein schöner Bonus, sondern auch notwendig um um auf dieser tiefen ebene der eigenen Existenz Erfahrungen zu machen.

Hierbei kann die Ritualisierung der Körperlichkeit auch in Verbindung mit persönlichen Beziehungen gebracht werden (z.B. in den Paar-Seminaren bei Ananda Wave), manchmal wird das festhalten an einer Paarbeziehung eher als Hindernis betrachtet, das einem im besten Fall nur etwas ausbremst (z.B. in der Tantra-Ausbildung bei Diamond Lotus).

Die (üblichen) Ausbildungsziele

Im Kern geht es bei allen (mir bekannten) Tantra-Ausbildungen um Berührungen. In dem Sinne stellen die verschiedenen Tantra-Schulen (im Westen) meist eine Art “Berührungsschule” dar. Das passt auch in die heutige Zeit, in der Bewusstseins- und Achtsamkeitstrainings boomen.

So gibt es Tantra-Schulen die verschiedene Arten von Berührungen beschreiben und in denen diese auch körperlich, jedoch nicht intim geübt werden. Andere Tantra-Schulen stellen die Berührungen in den Kontakt ausdrücklich in einen sexuellen Kontext und hinterfragen die Glaubenssätze, warum manchen Berührungen “erlaubt” sind und anderen “unmoralisch”.

Das Feld reicht von Tantra-Schulen, in denen Übungen nur mit dem eigenen Partner oder der eigenen Partnerin gemacht werden, Tantra-Schulen in denen Übungen vorzugsweise gleichgeschlechtlich gemacht werden oder die von vorn herein gleichgeschlechtlich aufgebaut sind und Tantra-Schulen bei denen eine Partnerschaft, sofern sie nicht vollkommen Eifersuchtsfrei ist, eher im Weg zu stehen scheint. Es gibt viele verschiedene Wege, viele verschiedene Ansichten und viele verschiedene Schulen, wenn Du also überlegst, “Tantra” zu lernen, dann solltest Du weniger nach “Tantra” gucken sondern dich vor allem auf die Frage konzentrieren, bei welchem Anbieter Du Dich wohl fühlst.

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